Das Jüdische Museum entstand aus der jüdischen Abteilung des ehemaligen Berlin-Museums für Berliner Geschichte. 1989 gewann Daniel Libeskind mit seinem Entwurf den ersten Preis eines Architektenwettbewerbs für die Erweiterung des Berlin-Museums. 1992 wurde der Grundstein für den Neubau gelegt. Während der sich lange hinziehenden Bauphase gab es heftige Diskussionen über die Nutzung des Neubaus und die Stellung der jüdischen Abteilung. Im Dezember 1997 bekam das Museum einen neuen Direktor, W. M. Blumenthal, der auf der Gründung eines eigenständigen Jüdischen Museums im Altbau und im Neubau des Berlin-Museums und somit auf dessen Verlegung bestand. Am 1. Januar 1999 wurde das Jüdische Museum als Einrichtung des Landes Berlin gegründet. Schon zu diesem Zeitpunkt war der noch leere Neubau für Besucher geöffnet. Mit Hilfe des Neuseeländers Ken Gorbey wurde die Dauerausstellung des Jüdischen Museums in achtzehn Monaten entwickelt, so dass sie am 9. September 2001 eröffnet werden konnte. Mit der Eröffnung der Ausstellung wurde das Museum in eine Bundesstiftung überführt.
Das Jüdische Museum Berlin besteht im Wesentlichen aus zwei Gebäuden, dem barocken Altbau des Kollegienhauses und dem zickzackförmigen Neubau von Daniel Libeskind. Beide Häuser haben keine oberirdisch sichtbare Verbindung, sondern sind nur durch das Untergeschoss miteinander verbunden. Oberirdisch an den Altbau angeschlossen ist ein weiterer Neubau, der als Gruppeneingang und Gruppengarderobe dient und auch einen Zugang zum Garten bietet. Von der Straße aus ist dieser Bau jedoch durch das große Hoftor verdeckt. Teile der Verwaltung sind zudem in umliegenden Bürogebäuden untergebracht.
Das Kollegienhaus
Das Kollegienhaus wurde 1735 erbaut und beherbergte früher das preußische Kammergericht. Im Zweiten Weltkrieg wurde es bis auf die Außenmauern zerstört und erst 1963 wieder aufgebaut. Bevor das Jüdische Museum das Haus bezog, war es Sitz des stadtgeschichtlichen Berlin-Museums.
Heute sind im Altbau der Eingangsbereich mit Kartenverkauf, Sicherheitskontrollen, Information, Garderobe und Restaurant sowie Sonderausstellungen, das Auditorium und Büros untergebracht.
Der Libeskind-Bau
Die Architektur des zickzackförmigen Neubaus zeichnet sich durch den Titan-Zink-Mantel, die ungewöhnlich geformten Fenster, die vielen spitzen Winkel in den Wänden, die schiefen Böden und den häufig sichtbaren Beton aus.
Durch den Eingangsbereich im Altbau gelangen Besucher über eine schwarze Schiefertreppe ins Untergeschoss des Neubaus, in dem sich die Hauptausstellung des Museums, weitere Sonderausstellungen und das Rafael Roth Learning Center befinden.
Adresse:
Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin - Kreuzberg
Anfahrt:
U-Bahn: U Hallesches Tor: U1, U6
Bus: Franz-Klühs-Str.: 248, N42
Jüdisches Museum: 248, N42
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